Datum: Montag, 28.April 2025
Strecke: von La Isla nach Villaviciosa
Distanz: 22km, Gesamtstrecke 2025: 73,8km
Gesamtstrecke 2024 und 2025: 499,2km, gelaufen 493,2km
Gehzeit: 8:00Uhr bis 14:30Uhr ca. 6,5Std.
Wetter: morgens etwas frisch, dann gleich warm, später heiß
Allgemein: Etappe zum Glück nicht so lang, dafür stellenweise sehr steil, matschige Wege
Wenn nichts mehr geht....
So gegen halb Acht Uhr bin ich auf gestanden, kleines Frühstück im Zimmer, gegen Acht Uhr Start auf die nächste Etappe. Heute zum Glück eine nicht so lange Etappe.
Vor meinem Hotel mußte ich nach 20m die Strasse überqueren und konnte dann sofort auf einen Feldweg abbiegen und war gleich in einem Feuchtgebiet. Über eine kleine, alte Römerbrücke ging es und dann ging es leicht berg auf, auf sehr matschigen Wegen. Aber zum Glück nicht lange. Dafür mußte man dann wieder auf einer asphaltierten Strasse weiter pilgern. Also, allgemein mal angemerkt: Der Camino del Norte ist schon extrem asphaltlastig. Schätze mal so gut 60-70% der Strecke ist Asphalt. Dafür wird man dann mit den Abschnitten am Meer, mehr als entschädigt. Aber Strasse ist halt nicht so prickeled, aber was will man machen?
Nach einer knappen Stunde kam ich dann in Colunga an, sah die schöne Kirche und genau gegenüber gab es ein Cafe.
Dort lies ich mich nieder und gönnte mir einen Cafe con Leche und ein Stück Zitronenkuchen. Leider war die Kirche, wie so meistens geschlossen. Ein anderer Pilger, auch ein Deutscher, gesellte sich zu mir. Ein kurzes Gespräch und dann holte ich mir nochmal einen Cafe und nen Kuchen. Und wie wir so da saßen, sehe ich doch das die Kirchentüre offen steht. Na, da muß ich doch gleich hin. Der andere Pilger wollte nicht mit, Kirche und so wären nicht so Seins. Na ja, schon komisch, dann auf weinem Pilgerweg zu sein. Aber egal. So ging ich alleine zur Kirche und tatsächlich durfte ich eintreten, die Kirche besichtigen und konnte auch mal wieder eine Kerze anzünden. Gut gelaunt verlies ich dann Colunga, kurz steil hoch, aber als man den Ort verlassen hatte, ging es relativ eben weiter, so bis nach Los Tarerros. Hier unterquert man die Autobahn und dann geht, nach der Unterführung, links ab. Und ab hier steil, ja sehr steil, Berg auf. Ich treffe den Deutschen wieder, der eine Pause macht, aber da es nichts zum hin sitzen gibt, gehe ich weiter und keine 5Minuten später sehe ich eine Bushaltestelle, in der ich, imSchatten, jetzt auch eine Pause mache. Und viel trinke! Ganz in der Nähe befindet sich eine kleine Kapelle für die Senora del Carmen. Na, eher ein Manderl, aber trotzdem schön.
Etwas gestärkt gehe ich weiter. Nur ein kleines Stück geht es noch Berg auf, und dann mal wieder Berg ab, bis zur Iglesia parroquial de Pernus , natürlich wieder
verschlossen. Von hier aus geht es jetzt die nächste ¾ Stunde nur Berg auf, steil, richtig steil. Und nicht auf Feldwegen, nein immer noch auf kleinen Landstrassen. Nicht gerade sehr angenehm. Dann geht es endlich wieder etwas abwärts und 10 Minuten später komme ich, nachdem ich mich durch eine Strassenbaustelle durch gekämpft habe, zur Kirche San Salvador, am Rande von Priesca. Ich brauche ja nicht zu erwähnen, dass auch diese Kirche geschlossen war. Im Schatten der Bäume , mache ich, neben der Kirche, wieder eine Pause. Gut 3½ Stunden bin ich unterwegs, 12 km hinter mir. So gönne ich mir hier wirklich eine längere Rast und nach 25 Minuten mache ich mich auf, die restlichen 10km in Angriff zu nehmen.Vor der Kirche überquert man die Strasse und dann geht es aber gleich steil Berg ab. Wenigstens läuft man jetzt mal ein Stück auf Feldwegen. Aber bald kehrt man auf die Strasse zurück, darf sie aber dann doch wieder, links abbiegend, kurz vor Los Casaras, verlassen. Hier unterquert man dann eine rießige Autobahnbrücke, läuft dann relativ eben ein Stück weiter, kommt an einer schönen, aber sehr weit außerhalb liegenden Albergue vorbei, ehe man noch einmal die Autobahn unterquert. Und von hier, wer hätte es gedacht, geht es dann wieder steil den Berg hoch.Man kommt zwar noch einmal an einer sehr schönen Albergue vorbei, an der ich aber niemand antreffe. So gehe ich weiter, aber nach 20 Minuten bin ich platt. Am höchsten Punkt lasse ich mich am Strassenrand auf einer Steinmauer nieder. Trinken, trinken, trinken! Jedoch zieht es hier wie Hechtsuppe. So mache ich mich bald wieder auf den Weiterweg.
Bald kann man die Strasse verlassen und auf Feldwegen geht man jetzt, leicht abfallend weiter, bis man die Autobahn noch zweimal überquert, um dann bald am Stadtrand von Villaviciosa zu sein. Hier an der Einfallstrasse mache ich auf einer Bank noch einmal eine kleine Pause.Ca. 1km geht es dann, schnur gerade weiter, bis man in der Innenstadt angekommen ist. Und dort finde ich, mit Hilfe einer netten Spanierin, dann auch mein Hotel. Gegen 14:30 Uhr checke ich ein und erfahre, dass es momentan einen Stromausfall gibt. Na ja, eigentlich nichts Besonderes, das kommt ja in Spanien öfters vor. Denke ich. Aber dann erfahre ich, dass der Stromausfall schon seit ca. 12 Uhr besteht und das halb Spanien, Portugal und auch Frankreich davon betroffen ist. Ok, das sagt mir, als Elektriker, dass das was Größeres ist. weil bei so großflächigen Ausfällen, liegt ein schwerwiegendes Problem vor, nicht mal nur ne Sicherung, die durch geknallt ist.
Ich gehe in mein Zimmer und bin positiv überrascht. Ein wirklich tolles, großes Zimmer, in einem alten ehrwürdigem Haus, aber mit super modernem Bad. Die Dusche nehme ich gleich in Beschlag, wer weiß wie lange es noch heißes Wasser gibt. Die Aufbereitung ist ja bestimmt auch vom Strom abhängig.
Frisch und etwas aus geruht gehe ich zur Rezeption. Dort erfahre ich, dass wegen dem Stromausfall alle Restaurants geschlossen sind, ebenso alle Supermercados! Na bravo! Doch dann erfahre ich, dass doch ein großer Markt geöffnet haben soll. Ich mache mich sofort auf den Weg. Bald kommen mir viele Menschen mit großen Einkaufstaschen entgegen und keine 10 Minuten später stehe ich vor einem Supermarkt, mit einem übervollem Parkplatz. Ich ergattere einen Einkaufswagen und stehe kurz danach vor halb vollen Regalen. Das Licht ist spärlich, aber die Kühlaggregate rattern vor sich hin. Vermutlich hat der Supermarkt eine Notstromversorgung. Zum Glück. 
Meine Rettung (Aufnahme vom nächsten Morgen, deshalb ist der Parkplatz auch leer)
Mit 2 randvollen Tragebeuteln verlasse ich den Supermarkt. Das Wichtigste hab ich, Trinken, Vesper, Süßes, das letzte Brot. Bin ich froh. Auf dem Rückweg zum Hotel denke ich über die Sachlage nach. Am Anfang nimmt man so etwas ja auf die leichte Schulter, aber dann wenn Einem bewußt wird, was da am Strom alles hängt.... natürlich war auch das Telefonnetz und das Internet zusammen gebrochen. Ab und zu hatte man Empfang, aber halt sporadisch.
Vor dem Hotel traf ich Frauke von gestern. Sie war auch hier unter gekommen. Ich ging kurz ins Zimmer, meine Einkäufe verstauen, telefonierte kurz mit zu Hause und schilderte die Lage. Dann ging ich mit 2 Bierchen nach unten und Frauke hatte noch Cidre, diesen, und Nüsschen dabei. Wir unterhielten uns gut, leerten unsere Getränke und gegen 20 Uhr kam jemand vom Hotel und sagte uns, dass der Strom wieder da sei. So ging ich gegen 20:30 Uhr auf mein Zimmer und vesperte da ordentlich.
Jetzt mit Strom, schaute ich mich nach einer Unterkunft in Gijon um. Zum Glück funktionierte der Strom wieder. Ich wollte ja einen Ruhetag in Gijon einlegen. Wenn es da auch keinen Strom gegeben hätte, wäre das ja fatal gewesen. In so einer Stadt, da ein Hotel suchen, ohne Netz. Kein Restaurant offen, nichts einkaufen, kein Sightseeing. Das wäre schon alles doof. So aber fand ich bald ein Hotel, mitten in der Stadt, wo ich ein Zimmer für 2 Nächte buchte. Da war ich wieder etwas beruhigter. Obwohl ich schon noch Bedenken hatte, ob das mit dem Strom jetzt auch sicher sei. Aber zum Glück blieb ich von weiteren Ausfällen verschont. So gegen 22:30 Uhr ging ich nach diesem aufregenden Tag ins Bett.
Fazit: schöne Etappe, die es aber durch das Auf und Ab auch in sich hatte. Auch wieder viel Asphalt, aber auch sehr schöne Abschnitte. Und selbst bei Stromausfall geht es immer irgendwie weiter!
Tipp: ganz klar: das Hotel Casa Espana!!! Die beste Unterkunft auf meinem diesjährigen Jakobsweg. Sauber, großes Zimmer, in einem alten Herrenhaus, san. Anlagen ganz neu, zentral gelegen und meines Erachtens preiswert: 44€ das Zimmer
auf dem Weg, die Kirche in Colunga, sehr schön, wenn sie offen ist.









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