Tag 4 (21)


Datum: Dienstag, 29.April 2025

Strecke: von Villaviciosa nach Gijon

Distanz: 27,2km, Gesamtstrecke 2025: 101km

Gesamtstrecke 2024 und 2025: 526,4km, gelaufen 520,4km

Gehzeit: 7:30Uhr bis 15:00Uhr  ca. 7,5Std.

Wetter: sonnig und heiß

Allgemein: anstrengende Etappe, sehr steile Anstiege, wieder viel Asphalt, aber trotzdem sehr schön

 Welchen Weg nehme ich..... 

Schon gegen 6:30 Uhr war ich wach, nachdem ich gut geschlafen hatte. Ins Bad, dann ne Kleinigkeit gefrühstückt, Rucksack gepackt und dann verlies ich mein wirklich tolles Zimmer. Nebenan hatte Frauke ihr Zimmer. Und da ich wußte, dass sie Schoko Crossaints mag und ich zwei Stück übrig hatte, legte ich sie vor ihre Türe. Na die wird Augen machen....

So um 7:30 Uhr machte ich mich auf den Weg, blickte nochmal zurück auf das tolle Hotel Casa Espana und dann startete ich auf die heutige Etappe, die es wieder in sich haben sollte. 

Ca. 1,7km folgte ich der, zum Glück, wenig befahrenen Strasse VV16, sah von weitem die leider verschlossene Kirche San Juan de Amandi, bevor ich dann links , auf eine kleinere Strasse, abbiegen konnte. Weiter ging es, immer auf Asphalt. 

Nach ca. 3,5km erreichte ich den Ortsanfang von Grases
 und dort den Stadtteil Casquita. Dort hatte eine kleine Kapelle geöffnet, die
Ermita de Casquita. Schön, mal wieder eine offene Kirche an zu treffen. Kurz nach der Kirche muss man sich dann entscheiden, ob man weiter auf dem Norte pilgern will oder hier auf den Camino Primitivo abbiegen will. 


Auch ich hatte mir im Vorfeld so meine Gedanken gemacht, welchen Weg ich einschlagen würde.  Jedoch war mir schnell klar, dass ich weiter auf dem Norte bleiben würde, da ich die Nähe des Meeres sehr genoß. Zudem wollte ich mir Gijon anschauen und so war die Entscheidung schnell getroffen.

Am Ende der Ortschaft mußte schon wieder die nächste Entscheidung getroffen werden. Der Originalweg geht hier links ab, auf einen schönen Feldweg. Eine Abkürzung von ca. 2,5km folgt der Landstrasse. Da die Etappe heute fast 30km hatte, mit vielen steilen An- und Abstiegen, wählte ich die Variante auf der Landstrasse. So sparte ich mir etwas Wegstrecke.  

Die Strasse stieg leicht an und so ging es die nächsten ca. 4km weiter. Mann unterquerte die Autobahn und dann wurde es richtig steil. So ca. 1,5km ging es heftig hoch. Dann machte ich im Schatten eines Hauses Pause. Eine jüngere Spanierin überholte mich, grüßte kurz und ging
weiter. Ich schnappte meinen Rucksack und folgte ihr. Jedoch nur kurz. Es ging noch steiler, jetzt auf einem schönen Hohlweg, weiter. Bald hatte ich die nette Spanierin aus den Augen verloren. Tja, man ist halt nicht mehr der Jüngste! 😂

In der nächsten ¾ Stunde ging es von ca. 160hm auf ca. 435hm immer nur nach oben.


Echt heftig. Ich pumpte ganz ordentlich, mußte immer wieder stehen bleiben. Und war dann doch überrascht plötzlich oben zu sein, am L Áltu la Cruz de Peon. Ok, ein Kreuz hab ich nicht gesehen, nicht mal einen Platz zum hinsetzen hab ich da oben gefunden. Obwohl ich eigentlich fix und fertig war, lief ich weiter, jetzt fast genau so steil, abwärts. Nach ca. 1,5km fand ich dann endlich einen Platz, an einem abgerodeten Waldstück, wo ich endlich meine wohl verdiente Pause machen konnte.Hier ließ ich mir mein Vesper schmecken und ich merkte, wie gut auch Wasser schmecken kann.😏Mann, war ich platt.

Aber zum Glück erholte ich mich schnell und nach einer viertel Stunde ging es weiter. Nach ca. 200m zog ich meine Socken nach oben, schnürte mir die Stiefel frisch und als ich los lief merkte ich: Hoppla, da fehlt doch was! Mein Pilgerstab!!!! Oh, mein Gott, den hatte ich nach der Pause einfach stehen lassen! Das gibt´s doch nicht. Also, dass ist mir auf allen anderen Pilgertouren noch nie passiert. Schnellen Schrittes lief ich wieder zurück und zum Glück stand mein treuer Wegbegleiter, zwar etwas beleidigt, noch am seinem Platz. Wo war ich denn da bloß mit meinen Gedanken, dass ich den vergessen konnte!

Dann ging es endlich weiter, jetzt immer Berg ab, so ca. 2,5km bis man an die verstreute Siedlung Peon kommt. Hier kann man einen kleinen Abstecher zu einer Jakobus geweihten Kirche machen (ehrlich gesagt, hab ich die Kirche nicht gesehen). Was ich aber sah, war die Casa Pepito, eine Bar! Hier gönnte ich mir eine halbstündige Pause, mit Clara con Lemon, Cola und leckerem Bocadillo. Die nette Spanierin war auch da, brach aber schon wieder auf. Ich glaub ich werde alt, ich bin sooo langsam unterwegs. So nahm ich am Tisch eines amerikanischen Pilger Platz, der aber auch gerade im Aufbruch war. Egal, ich brauchte meine Pause.


Zeitgleich mit mir brachen dann, unschwer zu erkennen, drei deutsche Pilger auf. Jedoch waren die nicht so ganz mein Fall. Und nachdem sie sich etwas verlaufen hatten, rief ich sie wieder zurück, und konnte so die Truppe überholen und machte mich vom Acker. 

Einen knappen Kilometer lief man jetzt relativ eben auf der Dorfstrasse, ehe man rechts durch eine Wiese ein Waldstück erreichte, wo es dann doch




wieder steil nach oben ging. Der einzige Vorteil war, dass man etwas von der stechenden Sonne geschützt war. Ein felsiger Weg schlängelte sich nach oben. Es wurde immer 
matschiger. Da die Sonne hier nicht so durch drang, war der Boden triefend. Es wurde immer mühsamer, aber nach knappen 2km und einem letzten wirklich heftigem steilen, matschigen Wegstück, kam man auf eine Strasse.


 Ich war wieder total fertig. Immer noch ging es aufwärts, aber nach einer Kurve sah ich eine Bar! Man, war ich froh. Es war nur eine kleine Siedlung hier oben, aber direkt am Strassenrand, die Bar El Curbiellu! 2 Colas wurden einverleibt. Nach Clara war es mir nicht. Und das will was heißen!

Nach einer viertel Stunde ging es mir wieder besser und da ich ja erst ca. 15km hinter mich gebracht hatte, machte ich mich wieder auf den Weg, nicht ohne mich bei diesem alten Mütterlein, das die Bar betreibt, mich herzlich zu bedanken, dass sie da war.

Gerade als ich die Bar verließ, kam einer der drei Deutschen um die Kurve. Er sah genau so fertig aus wie ich. Ich gab ihm ein Zeichen, dass es hier etwas zu trinken gibt. Er faltete die Hände, wie zum Gebet. Und war glaub so glücklich, wie ich vor wenigen Minuten. Ich lachte, winkte mit meinem Pilgerstab und machte mich auf den Weg. Es ging zwar jetzt direkt auf der Strasse weiter, jetzt abwärts, aber das war auch egal. Vor mir lag, zwar noch in weiter Ferne, Gijon. Schön, das Ziel schon mal zu sehen. 

Erster Blick auf Gijon

 

4km ging es abwärts, immer auf der Strasse. Ich holte meinem amerikanischen Pilger ein und lief ein Stück mit ihm. Zusammen erreichten wir den Campingplatz von Deva. Hier trennten sich unsere Wege, da der Ami hier in Deva bleiben wollte und ich ja noch bis Gijon ging. Sowieso ging der Jakobsweg rechts ab und er mußte zu seinem Hotel gerade aus. Also hieß es Abschied nehmen. Keine 200m weiter gab mir ein Spanier zu verstehen, dass ich lieber auch an der Strasse weiter laufen solle. Warum wurde mir nicht ganz klar. Entweder schlechter Weg oder Umweg, irgend so etwas in der Art. Also, wieder kehrt, Marsch! Und bald darauf holte ich meinen Ami wieder ein. Er wunderte sich auch mich zu sehen, aber egal. Doch nach einem kurzen Stück trennten sich dann endgültig unsere Wege.

Nach einem Kreisverkehr machte ich, direkt gegenüber der Universität von Deva, an einer Bushaltestelle, nochmal eine Pause. Die Universität ist ein rießiger, beeindruckender Komplex. Genau hinter mir lag ein botanischer Garten. Jedoch war ich zu fertig, um mir diesen an zu schauen. 

Universität

 




Noch lagen ca. 5km vor mir und so machte ich mich, nach ca. einer halben Stunde, wieder auf den Weg. Der Weg in die Stadt zog sich, und dann kam ich bei 28 Grad in Gijon an. Dort machte ich in einem Park nochmals eine kleine Pause, orientierte mich, und nach einem weiteren Kilometer kam ich, so gegen 15 Uhr,  an meinem Hotel San Miguel an. Perfekt für mich gelegen, keine 2 Minuten bis zur Strandpromenade. 

Nach dem ich ein gecheckt hatte, meldete ich mich mal wieder zu Hause. Dann ging es duschen und anschließend, nach etwas erholen, zum nahe gelegenen Waschsalon. Danach gleich noch Proviant und Trinken auf gefrischt. Die frische Wäsche und der Einkauf wurden aufs Zimmer gebracht und dann ging es zur wunderschönen Strandpromenade. 




 

 

 

 

Hier konnte ich richtig entspannen. Es hatte ordentlich Wellengang und so spritzte das Wasser, nachdem es an die Kaimauer geschlagen hatte, bis auf die Promenade. Ich lief weiter zur Kirche San Pedro, die direkt am Meer liegt. Dort konnte ich wieder eine Kerze anzünden. Und nahm mir eine kleine Auszeit, um in mich zu gehen.

                                                                           


Danach flanierte ich durch die schöne Innenstadt von Gijon, dann noch zum Hafen runter.

 


Und dann suchte ich nach einem Restaurant, die natürlich alle, so gegen 18 Uhr, noch nichts zum Essen anboten. Doch ganz in der Nähe meines Hotels fand ich doch noch ein Lokal, es gab zwar nur Hamburger, aber ok. Nachdem der auch noch fast kalt war und ich mich beschwerte, bekam ich noch eine Mouse Chocolate dazu. Also, alles gut.

 

So ging ich, nach einem doch anstrengenden, aber trotzdem sehr schönen Tag, zurück auf mein Zimmer, schaute noch etwas Fussball und versuchte zu schlafen. Dies erwieß sich dann doch als etwas schwierig, da an mein Zimmer direkt der Aufzug angrenzte und jedesmal wenn jemand den betätigte, war es doch sehr laut bei mir. Zusätzlich kam noch dazu, dass über mir, so bis ca. 23 Uhr, es auch sehr laut war. Ich hatte das Gefühl, dass ein Kind mit einem Roller oder ähnlichem, hier noch spielte. Etwas nach 23 Uhr war dann aber doch Ruhe und ich konnte endlich schlafen.





          Lobby                                     Mein Zimmer                                 Bad


 

Fazit: wirklich anstrengende, lange Etappe, mit steilen Anstiegen. Aber trotzdem sehr schön. Gijon ist eine sehr schöne Stadt.

Tipp: auf diese Etappe viiiiel zu trinken mit nehmen!!! Unbedingt bei der Bar El Curbiellu einkehren. Von dort der erste Blick auf Gijon ist schon herrlich! Auch ein kurzer Stop an der Uni von Deva war für mich sehr schön. Das Hotel San Miguel in Gijon war in Ordnung, Lage perfekt, jedoch war es in meinem Zimmer relativ laut.

 

 

 

 

 

 

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