Datum: Samstag, 03.Mai 2025
Strecke: von San Esteban nach Soto de Luina
Distanz: 21,5km, Gesamtstrecke 2025: 171,9km
Gesamtstrecke 2024 und 2025: 597,3km, gelaufen 591,3km
Gehzeit: 8:00Uhr bis 14:45Uhr ca. 6,75Std.
Wetter: am Morgen gleich starker Regen, dann Sonne, zum Schluß wieder leichter Regen
Allgemein: Anfangs wieder viel an der Strasse, dann herrlicher Küstenabschnitt!
Ein grandioser Strandabschnitt.....
Routine stellt sich so langsam ein. Das Packen am Morgen geht flott und so bin ich nach einem kleinem Frühstück kurz nach 8 Uhr auf dem Weg. Nicht den offiziellen, sondern direkt von meinem Hotel die Strasse dann links weg, gleich steil hoch. Das war ein Tipp meiner netten Dame aus dem Hotel. Ansonsten hätte ich anscheinend am Hafen entlang (das hätte mir ja gefallen) , aber dann anschließend ca. 400 Stufen hinauf steigen müssen. So entschied ich mich für die Strasse, die aber bald wieder, bei einer kleinen Kapelle, in einen, oberhalb des Meeres führenden, Feldweg, münden sollte.
Leider fing es nach 5 Minuten schon an zu regnen. Na, bis zur Kapelle wird es schon gehen. Der Regen wurde stärker. Wo ist die Kapelle? Dort wollte ich meinen Poncho dann überwerfen, da es dort ja bestimmt einen Unterstand oder Vordach gibt. Denkste! Da gab es nichts. Naß war ich auch schon. Den Poncho bekam ich natürlich auch nicht gleich drüber. Das fängt ja gut an. Endlich schaffte ich es, aber da war schon alles naß. Super!
Bei diesigem Regenwetter hatte man auch keine gute Aussicht, auf das unten liegende Meer und einen kleinen Leuchtturm. Ich wollte nur noch hier weg. Wenigstens ging es jetzt bald auf einem Feldweg, parallel zur Landstrasse, etwas weg vom Verkehr. Bald lief ich durch eine parkähnliche Anlage, sogar Bänke gab es da. Aber alles klatschnaß. So lief ich weiter und bald darauf kam ich zu einem Unterstand. Dort entledigte ich mich meinesPonchos, stellte meinen Rucksack ab und erholte mich etwas. Durch die Nässe war es recht kalt, doch wenigstens hörte es auf zu regnen. Knappe 2,5km, 100HM und eine ¾Std. im Regen lagen erst hinter mir. So setzte ich meinen Weg dann fort. Jetzt relativ eben ging es weiter. Nach einer ¼ Std. erreichte ich den Aussichtspunkt Mirador de La Atalaya. Schön lag der Atlantik vor mir, halt immer noch im trüben. Schlimmer war jedoch, dass der Küstenweg hier gesperrt war. Durch starke Regenfälle war ein Teil des Weges weg gespült und nicht zu begehen. So mußte ich auf die Strasse ausweichen. Ca. ½Std. lief ich dann durch kleine Ortschaften, nicht sehr toll. Aber was will man machen. Der Weg verlief nun absteigend, was meistens bedeutet, dass man bald wieder am Meer ist. Und so war es dann auch.
Ich erreichte einen kleinen Aussichtspunkt, überhalb der Playa Rabadugo. Jetzt schien auch die Sonne. Und der Ausblick war herrlich. Da machte ich erstmal ne kleine Pause. Hier traf ich eine Pilgerin, die mir entgegen lief. Bei einem kurzen Gespräch stellte sich heraus, dass sie heute zurück fliegt und hier noch einmal die Aussicht genießen wollte.
Und kurz darauf kam ich zur Playa de Aguilar. Da war ich überwältig.
Im gleissenden Sonnenschein lag ein rießiger Strand vor mir. Fast Menschen leer! Einziges Manko war, dass die Strandbar noch geschlossen hatte. Doch das war zu verkraften.
Hier war es traumhaft. Ein ca. 700m langer Traumstrand lag vor mir. Dazu das tosende Meer. Einfach herrlich. Im Sand legte ich die nächsten ca. 500m zurück, blieb immer wieder stehen, genoß die Aussicht. Ich wollte gar nicht weiter. Aber das ging ja nicht. Dann verließ ich den Strand, folge der Landstrasse und nach ca. 200m fand ich direkt überhalb einer toller Felsformation eine Stelle, an der ich nochmal Pause machte. Die Wellen klatschten gegen die Felsen, Wasser spritze hoch, dazu der strahlende Sonnenschein. Es war einfach TOLL!!!!!
Trotzdem mußte ich mich von dieser Traumkulisse irgendwann einmal los reisen, da ich noch gut 14km vor mir hatte. Gleich nach dem Strandende ging es wieder steil Berg auf, auf der Landstrasse. Zuerst bis Arances, dann weiter nach El Pito, das man nach ca. 2,5km erreicht. Dort gibt es eine schöne, zwar verschlossene, Parkanlage, die man jedoch gut einsehen kann. Die Anlage gehört zum Palacio la Quinta de Selgas, dem Palast der einst wohlhabenden Kaufleute und Politker Familie Selgas Fagalde. Im Palast gibt es viele erhaltene Kunst und Möbel aus dem 19.Jahrhundert. Neben dem Palast liegt die Kirche Jesus Nazareno, die von der Palstfamilie Selgas in ein Pantheon umgewandelt wurde, in dem sich die Familiengräber befinden.
Am Ortsrand gönnte ich mir die nächste Pause von ca. 20 Min. und konnte endlich die Strasse verlassen und auf den nächsten ca. 3km auf Feldwegen weiterziehen. Dann kam man wieder auf die Fernstrasse. Dort an einem Kreisverkehr machte ich wieder eine Pause. Einkehrmöglichkeiten waren rar gesät, oder besser: es gab KEINE!
Kurz nach El Ralleyo muß ich mich auch noch verlaufen haben. Vor Ort hab ich es gar nicht so empfunden, aber zu Hause am PC sah man einen großen Umweg. Vermutlich kam das durch die dortige Baustelle, die den Weg ein paar Mal umleitete und da muß ich wohl ein Schild übersehen haben. Nach weiteren 3,5km auf Feldwegen machte ich dann noch einmal am Wegesrand eine Pause. Sitzgelegenheiten waren so rar, wie Einkehrmöglichkeiten. Mein linkes Knie schmerzte auch etwas, zusätzlich fing es wieder an zu tröpfeln. Jetzt war ich froh, das es nicht mehr so weit war. Also, weiter. Glaub ich kaum! Um die nächste Kurve, was kam da? Eine Peregrino Bank! Mann, und ich saß da am Wegesrand. Na, was soll´s. Jetzt wollte ich auch nicht mehr. Zum Glück hörte es wenigstens zu regnen auf.
Ca. 4km ging es jetzt immer im leichten Auf und Ab weiter, ehe es dann zum Schluß, steil runter nach Soto de Luina ging. Dort angekommen fand ich schnell meine heutige Unterkunft, das Hotel La Hontona. Ja, das Zimmer war ok, nix besonderes. Jedoch hatte ich eine kleine Terasse, von wo man den riesigen schön gepflegten Gatren direkt vor sich hatte. Und zusätzlich noch einen Ausblick in die Berge. Das war sehr schön. Zusätzlich gab es in einem Waschhaus der Hotelanlage eine Waschmaschine, die man umsonst benutzen konnte. So wurde nach dem Duschen gleich gewaschen, damit die Wäsche noch Zeit hatte zu trocknen. Jetzt war erstmal Entspannung abgesagt und so legte ich mich auf´s Bett und schaute etwas Fussball.
Nachdem ich mich dann mal wieder telefonisch zu Hause gemeldet hatte, ging ich zur Kirche Santa Maria, leider verschlossen. Dann fand ich einen Supermercado, wo ich mich mit Getränken und Proviant eindecken konnte. Auf dem Rückweg ins Hotel sah ich in einer Bar doch tatsächlich meine nette Dame aus dem Hotel von gestern in San Esteban wieder. Ich winkte ihr zu und sie freute sich, glaube ich, auch mich wieder zu sehen. Irgendwie gehörte die Bar glaub auch ihr, zumindest empfahl sie mir hier zu Essen und stellte mich gleich noch dem Chef hier vor. Nachdem ich meine Einkäufe in mein Hotel, dass gleich neben der Bar war, gebracht hatte, kehrte ich zur Bar zurück. Dort gönnte ich mir erst Mal ein Bierchen und dann Pasta Bollo, Toastada Tomate und ne Pizza. Gut, der Kellner war etwas überrascht, aber heute hatte ich Hunger. Und es schmeckte alles köstlich. Noch ein Bierchen dazu. Und das Ganze dann für 22€, da kann man nicht meckern!
Leider traf ich niemand Bekanntes in der Bar, so verbrachte ich das Essen alleine. Gut, ich war für spanische Verhältnisse wieder zeitig dran. So machte ich mich schon gegen 20 Uhr auf den Weg ins Hotel, saß hier noch etwas auf meiner Terasse und genoß die Aussicht. Da das Internet außerhalb des Zimmer nicht richtig funktionierte, zog ich mich bald zurück, schaute noch etwas Fussball und Formel1 und bereitete meine Sachen für den nächsten Tag vor. Die Wäsche war noch nicht ganz trocken, aber es gab zwei Heizkörper, die den Rest voll erledigten.
Leider war auch dieses Zimmer wieder sehr hellhörig. So bekam ich viel von der Unterhaltung des Nebenzimmers mit, genau so, wenn sie das Wasser laufen liesen. Also, dies Bauweise hier, ich weiß nicht. Zudem gesellten sich plötzlich einige, eher viele Ameisen zu mir ins Zimmer. Keine Ahnung wo die plötzlich alle herkamen. Hies, alle essbaren sachen nach oben, Klamotten ausschütteln und Ameisen jagen.. Irgendwann wurde es wieder besser. Aber am nächsten Morgen waren doch wieder einige zu sehen. Nicht sehr angenehm!
Fazit: Etappe wieder mit vielen Strassenabschnitten, aber entschädigt durch den tollen Strandabschnitt. Das war das Highlight heute.
Tipp: das Restaurant in Soto de Luina "Bambu House" ist zu empfehlen, super Essen. Jedoch lese ich gerade viele negative Bewertungen darüber. Also, mir hat es damals gut geschmeckt.
Hotel war ok, aber nichts Besonderes, dafür etwas teuer. Doch der Garten war toll. Und Waschmaschine umsonst!
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