Tag 12 (29)

 

Datum: Donnerstag, 08.Mai 2025

Strecke: von Tapia de Casariego nach Ribadeo

Distanz: 15,2km, Gesamtstrecke 2025: 274,4km

Gesamtstrecke 2024 und 2025: 700,8km, gelaufen 693,8km

Gehzeit: 9:45Uhr bis 14:45Uhr  ca. 5,Std.

Wetter:  sonnig, ganzer Tag blauer Himmel, trotzdem manchmal kühl wegen dem Wind

Allgemein: ganz toller Wegabschnitt, super Strände

 

Herrlicher Weg an der Küste....

Um 8 Uhr morgens war die Nacht vorbei. Da heute eine kurze Etappe anstand, frühstückte ich gemütlich auf dem Zimmer. Erst gegen 9:45Uhr startete ich dann, bei strahlendem Sonnenschein.


Oberhalb des schönen Strandes, an dem ich gestern schon war, ging es aus Tapia raus. Also, Tapia hat mir wirklich sehr gut gefallen. Schöner Hafen, super Strandpromenade, tolle Strände. Hier lies es sich aushalten! Aber Pilger müssen ja immer weiter.😂 

Am Ortsausgang verließ ich den offiziellen Weg, da es wieder eine Alternative direkt an der Küste geben sollte. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Beim Schild " Rio Anguileira" bog ich rechts auf eine Betonpiste ab, lief an einem Fusballplatz vorbei und bekam so meine Zweifel, ob ich hier richtig bin. Aber bald ging es über eine Brücke und auf einer kleinen Strasse aufwärts und danach sah ich wieder Markierungen.



Am Campingplatz von Tapia vorbei und nach ca. 500m bog ich rechts ab, dort entlang eines rießigen Feldes und dann etwas Berg ab, kam  man nach etwa 2km zu einer kleinen einsamen Bucht, der Playa de Paloma. Die Sonne schien, ganz alleine hier. Es war einfach herrlich. So stellte ich meinen Rucksack ab, lief etwas durch das seichte Wasser und genoß das Leben. Wirklich ein ganz toller Platz war das hier.

Aber es hilft ja nix. Ich mußte ja weiter. So ging es froh gelaunt auf den Weiterweg. Dieser führte nun weg von der schönen Bucht durch einen kleinen Wald. Auf einem schmalen Pfad ging es weiter. Manchmal nicht ganz einfach hier den richtigen Weg zu finden. Andere Pilger, als Orientierung waren hier nicht unterwegs. Doch bald verlies ich den Wald und wenn man dann das Meer zu seiner Rechten sieht, weiß man, dass man richtig ist. 


 

Wieder an rießigen Feldern vorbei, wieder rechts abbiegend, kam man dem Meer immer näher.  Oberhalb der Steilküste ging es nun auf einem Trampelpfad weiter. Immer schmaler wurde der Pfad, nur noch ca. 10cm breit. So folgte ich dem Weg, auf der linken Seite Wiese, rechts die Steilküste. Der kam man an manchen Stellen schon bedenklich nahe. Zum Glück konnte ich mich mit meinem Pilgerstab gut abstützen.


Hier suchte ich mir auf den Felsen einen schönen Platz und machte eine kleine Vesperpause, oberhalb der Praia dos Moldes. Was will man mehr. Es war wirklich traumhaft schön hier. Strahlender Sonnenschein, vor mir das Meer und in der Ferne der nächste tolle Strandabschnitt, an dem man bald vorbei kommen wird. 


Trotzdem, auch hier mußte ich mich irgendwann losreißen. Die Steilküste lies ich jetzt rechts liegen. Der Weg ging etwas nach links, durch ekeligen Stechginster hindurch. Meine Schienbeine und  Waden wurden ganz schön gepiekst! Doch für diesen phantastischen Wegabschnitt nahm ich das gerne in Kauf. Trotzdem war ich froh, als ich dieses Stück hinter mir hatte. 

 

 

Nun ging es, immer noch relativ eben, weiter. Ich kam dann an den vom Vesperplatz schon gesehenen Strandabschnitt, an die Playa de Serantes. Oberhalb des Strandes öffnete gerade ein Kiosk und nachdem die heutige Etappe ja nicht so lange war und dieser Abschnitt so toll, wollte ich mir ein Bierchen gönnen. Aber leider gab es nur Wasser. Na, toll. Aber besser, wie nichts. Ich lief hinunter zum Strand, stellte meinen Rucksack ab und lief durch
den Sand. Auch hier, keine Menschenseele. Ganz alleine an einem rießigen Strand. Herrlich. Jetzt sah ich doch zwei Personen, die auf mich zu kamen, Sie sagten mir, dass am rechten Rande des Strandes man durch die Felsen durch gehen könne. Das schaute ich mir dann genauer an. Auch hier, wunderschön an zu schaun! Doch ich kam nicht durch die Felsen durch. Wahrscheinlich war ich zu dick!😂aber auch so ganz toll! In den Felsen waren viele Jakobsmuscheln zu sehen. Leider ging keine ab, so fest waren die.



Weiter ging es, nun etwas weg von der Küste. Auf einer kleinen Strasse ging es nach La Penela, wo ich jetzt auch ein paar Pilger traf. Mit ihnen ging es weiter nach Villamil, immer auf der Suche nach einer Bar. Doch leider, Fehlanzeige. In Santa Gardea dann sah ich eine Bar, nein keine Bar. Es war nur ein Friseur. Die Enttäuschung bei uns allen war groß. So ging es weiter. Kurz nach dem Ort kommt man an der Kirche San Lorenzo vorbei. Leider auch verschlossen. Hier verlor ich meine Mitpilger, da sie lieber weiter nach einer Bar suchten, als zur Kirche mit zu gehen. Dafür traf ich einen älteren Pilger, mit dem ich dann ein Stück lief. Er hatte schon unzählige Pilgerreisen hinter sich. Doch irgendwie war er nicht so mein Fall. Etwas mürrisch, hatte ich den Eindruck. So war ich froh, dass wir bald zur Playa de Penarronda kamen. Hier ging ein Holzsteg Richtung Strand und dort wollte ich hin. Der ältere Pilger ging weiter und so trennten sich unsere Wege wieder. Ein schöner Felsen am Strand war das Highlight hier. 



Auf Holzstegen ging es dann noch ein Stück weiter, ehe man dann am Campingplatz Penarronda auf eine leicht ansteigende Strasse kommt. Der folgt man dann ca. 200m und dann kommt man zum Hostal Restaurante Parajes. Hier hoch zieht es wie Hechtsuppe. Ich bekomme fast die Tür der Bar nicht auf, so weht hier der Wind. Doch irgendwie schaffe ich es. Und wer sitzt drin? Natürlich der ältere Pilger. Na gut, dann setze ich mich halt zu ihm. Jedoch erblicke ich am Nebentisch Manuela. So setze ich mich um und bin froh eine gut gelaunte Pilgerfreundin zu treffen. Hier hat man einen phantastischen Ausblick auf diePlaya Penarronda. Und mit einem Bierchen sieht es noch toller aus. Auch nach einem zweiten Bierchen sieht der Strand noch herrlich aus, aber ein Stück liegt ja noch vor mir. Manuela ist schon recht bald wieder auf gebrochen und auch ich mache mich, aber erst nach ca. 1 Std. wieder auf den Weg. Noch gut 5km warten auf mich. 






Ein paar hundert Meter leicht ansteigend geht es dann oberhalb der Küste weiter, ehe man dann ins Landesinnere abbiegt, kommt durch Villadun, dann rechts abbiegend weiter  bis man zu einem Autobahndreieck kommt, wo die Beschilderung nicht so gut war und ich mich prompt verlief. Aber mit einem ebenso hilflosen Pilger suchten und fanden wir den richtigen Abzweig. Entlang
 der Autobahn kommt man dann zur 600m langen Ponte de los Santos. In spektakulärer Höhe überquert man hier die Mündung des Flusses Eo. Auf einen schmalen, durch Gitter abgetrennten, Fußweg läuft man hier, meist mit einem gehörigen Wind, zumindest Fahrtwind der Autos, über den Fluß. Alles zittert und bebt hier beim drüber laufen. Obwohl man einen herrlichen Ausblick hat, war ich froh, als ich heil auf der anderen Seite ankam.

Hier biegt man scharf rechts ab, geht unter der Brücke durch, mit Blick auf den Hafen, an einer kleinen, leider verschlossenen Kapelle vorbei, in Richtung Stadtmitte von Ribadeo. Mein Hotel befand sich direkt im Zentrum und da kam ich gegen 14:30Uhr an. Obwohl, offizieller Check In erst um 15 Uhr war, konnte ich direkt in mein Zimmer und so war ich bald darauf in einem schönen Zimmer, mit Blick auf die Plaza de Espana, einem angrenzenden Park und auf die Kirche Santa Maria do Campo.

Nachdem ich mich geduscht und etwas erholt hatte, telefonierte ich mit zu Hause und berichtete von diesem schönen Tag. Dann machte ich auf den Weg zum Waschsalon und zum einkaufen.  Zuerst wurde aber die geöffnete Kirche in Augenschein genommen. Sehr schön an zu sehen. Auf dem Rückwweg traf ich meine Pilgerfreundin Victoria. Das war eine Freude. Wir tranken einen Cafe zusammen und da erzählte sie mir, dass sie abbrechen würde. Es würde ihr alles zu viel, dann das schlechte Wetter, dass die nächsten Tage kommen sollte. Leider konnte ich sie nicht überzeugen weiter zu machen. Sie zog es vor, lieber in den Süden zu fliegen und dort Urlaub zu machen. Na ja, jedem das Seine. So war es das letzte Mal, dass wir uns sahen.😢


 

Später am Abend ging ich noch Essen, gleich in der Strasse, wo sich mein Hotel befand. Gegen 19Uhr bekam ich schon ein warmes Mahl. Sollte glaub so eine Art Gulasch sein, mit Pommes. Es war auf alle Fälle sehr lecker. Gegen 20:30Uhr war ich dann wieder auf meinem Zimmer, schaute noch etwas Fußball und lies diesen sehr schönen Tag ausklingen.

Fazit: wieder ein traumhafter Tag, mit tollen Strandabschnitten und einem herrlichen Küstenweg. Und endlich mal nicht so viel Asphalt!

Tipp: auf alle Fälle nach Tapia den alternativen Weg gehen, dann an der Steilküste eine Pause machen. Den richtigen(rechte Seite) weg auf der Brücke gehen. In Ribadeo kann ich das Hotel Mediante sehr empfehlen. Sehr schönes Zimmer, gute Sanitäranlagen und ein toller Hotelier ( Ramon) 

 

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